Urban Farming – Die Städte werden grüner

Immer mehr Menschen nehmen die Bezeichnung „Grassroots movement“ wörtlich und legen Nutzgärten in den Innenstädten an. Ein Beispiel dieser Urban Farming-Bewegung sind die „Prinzessinengärten“ in Berlin. Der klangvolle Name steht für eine vormals ungenutzte Brachfläche am Kreuzberger Moritzplatz, die im Sommer 2009 zu einem ökologischen Nutzgarten verwandelt wurde. Die clevere Idee: Das modulare Hochbeetsystem der „Prinzessinnengärten“ ist mobil und unabhängig vom der Beschaffenheit des Untergrunds. Damit kann prinzipiell jedes ungenutzte Stadtareal, wie Brachflächen oder Hausdächer, in einen städtischen Gemüsegarten verwandelt werden – auch für kurze Zeit. Der Gartenbau im Kiez schont nicht nur die Umwelt, verbessert die Co2-Bilanz und verschönert das Stadtbild. Für die Gartengründer Robert Shaw und Marco Clausen haben die Prinzessinnengärten auch eine soziale Funktion: Mit kollektiven Gartenaktionen sollen sie die Gemeinschaft der Anwohner fördern.

Die Soziologin Christa Müller preist Urban Farming ein einem Beitrag für ZDF-Aspekte als einen Weg in die „Umgestaltung von Städten in Richtung Nachhaltigkeit”. Und das ist eine Entwicklung, auf die wir natürlich auch gerne aufmerksam machen.

Ökostrom kann Deutschland in 40 Jahren vollständig versorgen

Der Strombedarf in Deutschland kann bis zum Jahr 2050 vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kommt eine Studie, die das Fraunhofer-Institut für Windenergie für das Bundesumweltamt erstellt hat. Besonders ermutigend: Dies sei bereits mit der heute verfügbaren Technik möglich, denn bei den Berechnungen wurden keine Technologiesprünge unterstellt (wobei es sogar sehr wahrscheinlich ist, dass die Technologien in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickelt werden).

Um die Erhöhung der Erdtemperatur auf 2 Grad Celsius zu beschränken, müssen die Industrieländer die  Emission der Treibhausgase bis zur Jahrhundertmitte um bis zu 95% reduzieren. Der Stromerzeugung kommt hierbei eine große Rolle zu, denn sie ist für 40% der gesamten deutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Laut Studie können diese Emissionen auf nahezu Null gesetzt werden, wenn die Energiegewinnung vollständig auf Wind- und Wasserkraft, sowie Solarenergie, Biomasse und Geothermik umgestellt, die dafür nötige Infrastruktur ausgebaut und die vorhandenen Einsparpotenziale beim Stromverbrauch genutzt würde.

Auch ökonomisch sei die Umstellung sinnvoll, denn die Kosten seien geringer als die Kosten, die durch einen ungebremsten Klimawandel auf uns und künftige Generationen zukommen würden.

Das Bundesumweltamt mahnt eine schnelle politische Umsetzung an. Denn je entschlossener gehandelt wird, desto mehr Zeit bleibt für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen. Und so warten wir gespannt auf das Energiekonzept der Bundesregierung, das im Herbst vorgestellt werden soll.

Über 3000 kg weniger CO2 pro Jahr durch ersten Carrotmob

Wie bereits berichtet, hat der Energieberater Herr Krasa unseren Partner vom ersten Kölner Carrotmob, Neco Izci, über geeignete Maßnahmen zur Einsparung von CO2 in seinem Obst- und Gemüseladen beraten. Jetzt steht fest, was genau gemacht wird:

  1. Austausch eines Kühlregals im Eingangsbereich. Der bisherige Kühlschrank ist am Ende seiner Nutzungsdauer angelangt und außerdem nach vorne hin offen. Die Kühlleistung des alten Modells ist daher dementsprechend ineffektiv. Ein sparsameres Modell ist bereits ausgewählt und bald wird es im Laden stehen.
    Ersparnis: Etwa 240 KWh / Jahr = 165,4 kg CO2
  2. Erneuerung der Beleuchtung durch LED-Arrays.
    Neco hat das Unternehmen TAD Fair Trading aus Leverkusen damit beauftragt, die Beleuchtungsanlage gegen LEDs auszutauschen, die im Energieverbrauch langfristig weitaus besser abschneiden als die momentan montierten Leuchtstoffröhren. Mit der innovativen LED-Technik kann im Laden voraussichtlich über 60% Energie eingespart werden.
    Ersparnis: Etwa 4200 KWh / Jahr = 2894 kg CO2

Die relativ hohen Investitionskosten für die neuen Leuchtmittel kann Neco durch ein sogenanntes “Contracting” mit dem Anbieter auffangen. Contracting bedeutet, dass der Löwenanteil der Einbau- und Materialkosten vom ausführenden Dienstleister getragen wird. Was dann im Laufe der folgenden Monate an Energiekosten eingespart wird, erhält der Dienstleister – bis die Anlage “abbezahlt” ist. Wichtig dabei ist: Der Contracter gibt uns eine klar definierte Einspargarantie.

Sobald der Hersteller der LED-Technik die Leuchtmittel geliefert hat, kann es mit dem Einbau losgehen.

Nebenbei: Contracting ist  nichts Neues, es basiert auf einer Idee des schottischen Erfinders James Watt:

“Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.” (James Watt, 1736–1819)

Deshalb können wir gemeinsam mit Neco den vollen Erlös des ersten Carrotmob (Ihr erinnert euch – fast 3000 Euro) für Teil eins aufwenden -  ein sparsameres Kühlregal. Unser Energieberater, Herr Krasa von CO2Online GmbH unterstützt die geplanten Maßnahmen. Wir werden natürlich ausführlich berichten, wie es im Obst- und Gemüseland weitergeht.

Kurz noch zum zweiten Carrotmob: Hier hat der Energieberater Michael Lange nun Maßnahmen für Bäckerei Schweitzer vorgeschlagen.  Diese werden mit Herrn Schweitzer in den nächsten Wochen besprochen. Auch dazu halten wir euch natürlich auf dem Laufenden!

Köln ernährt Koblenz

Spätestens seit dem Erscheinen des österreichischen Dokumentarfilms We Feed The World ist bekannt, dass viele Lebensmittel, weggeworfen werden. Während dieses Thema in Österreich sehr präsent ist,  wird es hierzulande nur wenig beachtet.

In Köln werden  jeden Tag 220 Tonnen Backwaren produziert. Nach Angaben der Nationalen Verzehrstudie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden 10-20% der produzierten Backwaren weggeworfen. Wenn man nun, sehr konservativ, von 10-15%  Backwarenausschuss ausgeht, werden in Köln Tag für Tag 30-50 Tonnen Backwaren weggeworfen. Das entspricht der Menge, die jeden Tag in einer Stadt wie  Heidelberg, Würzburg oder Koblenz gegessen wird!

Wie kann man solch eine Überproduktion verhindern?  Das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend hat eine Studie veröffentlicht, die Handlungsempfehlungen aufzeigt: zum Beispiel  Retourenlisten als Kontrollinstrumente zu nutzen, gegen Ende der Öffnungszeit die verbliebenen Backwaren in kleineren Gebinden ansprechend zu präsentieren oder älteres, noch essbares Brot am Folgetag preisreduziert anzubieten.

Für uns Verbraucher bedeutet dies, dass wir nicht mehr bis spät in die Nacht das gesamte Backwarenangebot zur Auswahl hätten. Ein Verzicht, den ich verschmerzen könnte.

Entscheidend ist der bewusste Einkauf. Das ist allerdings auch nicht immer so einfach:

Denn eine Voraussetzung dafür ist die korrekte Kennzeichnung der Produkte. Problematisch scheint dies zurzeit beispielsweise bei Aldi zu sein, denn der deutsche Bäckerverband hat den Discountriesen gerade wegen irreführender Werbung verklagt. Demnach hat das Dinkelvollkornbrot aus den neuen Backautomaten bei Aldi Süd nur 42% Dinkel. Nach den Leitsätzen für Brot- und Kleingebäck des Deutschen Lebensmittelbuches sind aber mindestens 90% vorgeschrieben, damit das Brot auch wirklich Vollkornbrot heißen darf. Knifflig wird es aber auch, wenn man nachhaltig einkaufen möchte und beim Biobäckereien in Bio-Supermärkten feststellen muss, dass die Backwaren aus einer über 70 Kilometern entfernten Biobäckerei angeliefert werden. Der bewusste Konsument sollte also immer die Augen offen halten und im Zweifelsfall nachfragen.

Danke, dass ihr da wart!

Gemeinsam mit euch haben wir den Umsatz bei der Bäckerei Schweitzer verdoppelt!

1.968 Euro gehen nun direkt in den Klimaschutz. Gemeinsam mit dem Energieberater wird Bäcker Karl-Heinz Schweitzer in den nächsten Tagen ermitteln, welche Umbaumaßnahmen in seinem Laden durchgeführt werden.

Etwa 520 Kunden kamen gestern in den kleinen Bäckerladen am Ehrenfeldgürtel. Besonders beliebt war der Carrot-Kuchen, eigens für diesen Tag gebacken, der direkt vor Ort mit einer Tasse Kaffee genossen werden konnte. Die Bänke vor dem Laden waren immer gut belegt.

Weitere Höhepunkte waren unsere beiden Musikacts: Singer-Songwriter  M. Borgard und „Weird World Music“-Sängerin Katy Sedna von Cats N Fruits sorgten mit ihren Liedern für eine tolle Stimmung. Herzlichen Dank nochmal dafür!

Mit unserem Carrotmob wollten wir dieses Mal ja auch auf das Thema „Vermeidung von Überproduktion“ hinweisen – deshalb hatten wir mit Bäcker Schweitzer gezielt einen Bäcker ausgewählt, der dies bereits aktiv angeht. In diesem Zusammenhang war auch das Kamerateam des Filmprojekts „Taste the Waste“ vor Ort und hat den Carrotmob dokumentiert.

Es hat sehr viel Spaß gemacht mit euch allen! Wir halten euch in diesem Blog und auf Facebook auf dem Laufenden, wie der heutige Umsatz genau investiert wird. Und wir freuen uns natürlich sehr, wenn ihr das nächste Mal wieder dabei seid!

Euer Carrotmob Köln Team!

Morgen ist es soweit!

Kommt zwischen 11 und 14 Uhr zur Bäckerei Schweitzer, Ehrenfeldgürtel 151 – direkt gegenüber der Haltestelle Subbelrather Straße/Gürtel!

Kauft dort euer Brot und euren Kuchen oder genießt ein spätes Frühstück mit Cappuccino, Croissants und frisch belegten Brötchen. 100 Prozent der Einnahmen gehen direkt in eine gute Sache: in die klimafreundliche Sanierung des Ladens.

Zeigt zusammen mit uns, dass wir Verbraucher etwas Positives bewirken können, wenn wir gemeinsam handeln.

Auf euch kommt es an! Ihr sorgt dafür, dass der Zweite Kölner Carrotmob zu einem großen Erfolg wird.

Sagt euren Freunden, Nachbarn, bis jetzt noch unbekannten Mitmenschen auf der Straße und einfach allen Bescheid und kommt in Scharen.

Wir freuen uns auf Euch!

Tanz der Welten

Gestern waren Nina und ich auf dem Tanz der Welten in Ehrenfeld. Die Veranstaltung läuft über Köln Global und spricht sich gegen Rassismus und für Mitsprache und Integration aller Bürger jeder Herkunft aus. Wir haben dort ein wenig Werbung für den Carrotmob am 24. in der Bäckerei Schweitzer gemacht.

Die Leute waren sehr interessiert und wir freuen uns schon auf ein eventuelles Wiedersehen am Samstag.

Energieberater war vor Ort

Heute kam Energieberater Michael Lange zur Bäckerei Schweitzer, um zusammen mit Herrn Schweitzer den Antrag für die KfW-Energieeffizienzberatung zu stellen. Dieser ist notwendig, damit Herr Schweitzer nur einen Teil der Kosten der Beratung zahlen muss. Wir erwarten die Genehmigung des Antrages in etwa einer Woche. Anschließend untersucht Herr Lange die Räumlichkeiten auf Energieeffizienzmaßnahmen. Wir werden versuchen noch vor der Aktion am 24. die entsprechenden möglichen Maßnahmen hier in diesem Blog zu veröffentlichen.

Klimaschutz heißt auch: Überproduktion minimieren

Mit dem Zweiten Kölner Carrotmob möchten wir auch auf ein Thema aufmerksam machen, das eine große Rolle in der Klimabilanz spielt, in der Gesellschaft jedoch noch kaum bekannt ist: Die Vernichtung von Lebensmitteln, die nicht verkauft werden können.

Für die Produktion von Lebensmitteln werden erhebliche Ressourcen benötigt – vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zum Energieaufwand bei der Herstellung. Je mehr Lebensmittel vernichtet werden müssen, umso mehr Ressourcen werden verschwendet – zumal die Vernichtung oft weitere Ressourcen bindet.

Diese Problematik ist besonders für Bäcker dringlich. Filmautor Valentin Thurn hat im Rahmen seines aktuellen Filmprojekts ausführlich zu diesem Thema recherchiert: „Wir werfen ungefähr genauso viele Lebensmittel weg wie wir konsumieren – vom Anbau über Transport und Handel bis zum Konsum. Besonders viel weggeworfen wird Brot. Studien aus Österreich zeigen, dass im Schnitt 10 bis 25% des täglich gebackenen Brotes nicht verkauft wird und im Müllcontainer landet. Brot vom Vortag ist heutzutage nahezu unverkäuflich. Gerade bei vielen der großen Bäckereiketten kommen so riesige Ausschussmengen zustande, da sie ihren Kunden oft bis tief in die Nacht die gesamte Warenvielfalt bieten möchten. Kleine unabhängige Bäcker haben von vornherein kleinere Mengen im Angebot, aber gerade in Städten stehen auch sie im Wettbewerb und haben Angst, dass die Kunden wegbleiben, wenn sie ihr Angebot gegen Ladenschluss ausdünnen, wie es früher einmal üblich war.“

Mit der Bäckerei Schweitzer unterstützen wir beim Zweiten Kölner Carrotmob einen Bäcker, der sich dieses Themas bewusst ist und bereits aktiv daran arbeitet, seinen Überschuss zu minimieren.

100% für den Klimaschutz beim Zweiten Kölner Carrotmob

Der Partnerladen steht fest: Die Bäckerei Schweitzer in Neu-Ehrenfeld hat zugesagt, den gesamten Tagesumsatz in die klimagerechte Sanierung des Ladens zu investieren.

Der Zweite Kölner Carrotmob steigt am 24. Juli 2010 von 11 bis 14 Uhr bei der Bäckerei Schweitzer, Ehrenfeldgürtel 151 – direkt gegenüber der Haltestelle Subbelrather Straße/Gürtel.

Neben den Brot- und Kuchenkreationen von Bäcker Schweitzer gibt es wieder Live-Musik und die Gewissheit, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Kommt alle vorbei – bringt Eure Freunde mit und kauft den Laden leer! Damit der Zweite Kölner Carrotmob eine großer Erfolg wird!

In den nächsten Tagen wird ein unabhängiger Energieberater mit Herrn Schweitzer ermitteln, in welche Maßnahmen er sinnvollerweise investieren soll. Die co2online gGmbH hat zugesagt diese Unterstützung im Rahmen ihrer „Klima sucht Schutz“-Kampagne kostenfrei zu leisten.

Über die weiteren Schritte halten wir Euch natürlich auf dem Laufenden