Köln ernährt Koblenz
Spätestens seit dem Erscheinen des österreichischen Dokumentarfilms We Feed The World ist bekannt, dass viele Lebensmittel, weggeworfen werden. Während dieses Thema in Österreich sehr präsent ist, wird es hierzulande nur wenig beachtet.
In Köln werden jeden Tag 220 Tonnen Backwaren produziert. Nach Angaben der Nationalen Verzehrstudie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden 10-20% der produzierten Backwaren weggeworfen, das heißt es werden in Köln Tag für Tag 22-44 Tonnen Backwaren weggeworfen. Das entspricht der Menge, die jeden Tag in einer Stadt wie Heidelberg, Würzburg oder Koblenz gegessen wird!
Wie kann man solch eine Überproduktion verhindern? Das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend hat eine Studie veröffentlicht, die Handlungsempfehlungen aufzeigt: zum Beispiel Retourenlisten als Kontrollinstrumente zu nutzen, gegen Ende der Öffnungszeit die verbliebenen Backwaren in kleineren Gebinden ansprechend zu präsentieren oder älteres, noch essbares Brot am Folgetag preisreduziert anzubieten.
Für uns Verbraucher bedeutet dies, dass wir nicht mehr bis spät in die Nacht das gesamte Backwarenangebot zur Auswahl hätten. Ein Verzicht, den ich verschmerzen könnte.
Entscheidend ist der bewusste Einkauf. Das ist allerdings auch nicht immer so einfach:
Denn eine Voraussetzung dafür ist die korrekte Kennzeichnung der Produkte. Problematisch scheint dies zurzeit beispielsweise bei Aldi zu sein, denn der deutsche Bäckerverband hat den Discountriesen gerade wegen irreführender Werbung verklagt. Demnach hat das Dinkelvollkornbrot aus den neuen Backautomaten bei Aldi Süd nur 42% Dinkel. Nach den Leitsätzen für Brot- und Kleingebäck des Deutschen Lebensmittelbuches sind aber mindestens 90% vorgeschrieben, damit das Brot auch wirklich Vollkornbrot heißen darf. Knifflig wird es aber auch, wenn man nachhaltig einkaufen möchte und beim Biobäckereien in Bio-Supermärkten feststellen muss, dass die Backwaren aus einer über 70 Kilometern entfernten Biobäckerei angeliefert werden. Der bewusste Konsument sollte also immer die Augen offen halten und im Zweifelsfall nachfragen.
























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