Was der Carrotmob mit Stromwechseln zu tun hat

Stromwechsler sind Carrotmobber! Na ja, nicht ganz, aber beides hat mehr miteinander zu tun, als man vielleicht denkt. Ich meine das so: Im Moment wechseln in Deutschland mehr Menschen zu Ökostromanbietern als je zuvor. Sie entscheiden sich damit bewusst für ein bestimmte Art von Produkt, nämlich Strom aus erneuerbaren Energien, und gegen ein anderes, nämlich Strom aus fossilen Quellen und vor allem aus Atomkraft. Mit dieser “Kaufentscheidung” machen die Stromwechsler eine deutliche Aussage, die etwa so lautet: Wir wünschen uns, dass Energie in diesem Land auf verantwortungsvolle Weise gewonnen wird, und nicht auf Kosten unserer Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

Viele bewirken viel

Dadurch, dass so viele Menschen den Stromanbieter wechseln, wird diese Botschaft auch für die großen Energiekonzernen relevant, die aus eigenem Antrieb (freundlich gesagt) wenig Motivation aufbringen, ihren Energiemix wirklich “grün” zu machen. Je mehr Menschen mitmachen, umso deutlicher wird die Botschaft vernommen und umso mehr steigt der Druck auf die Stromkonzerne, etwas zu verändern. Zugleich stärkt jeder Ökostromkunde die Marktposition der Anbieter von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und finanziert den Ausbau entsprechender Anlagen mit – einfach, indem er seine Stromrechnung bezahlt.

Carrotmobs funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Beim Carrotmob kommen viele Menschen gezielt zusammen, um mit ihrem Einkauf etwas zu bewirken. Mit einem Carrotmob bewegen wir gemeinsam die Inhaber der “bemobbten” Läden dazu, ihre Geschäfte energieeffizienter auszustatten und so dauerhaft deutlich weniger CO2 zu produzieren. Und durch unseren geballten Einkauf an einem bestimmten Tag werden die umweltfreundlichen Maßnahmen für den Ladeninhaber finanzierbar. Ganz ähnlich wie beim massenhaften Stromwechseln zeigt sich dabei, dass wir Verbraucher mit unserer Entscheidung für bestimmte Anbieter und für bestimmte Produkte Einfluss nehmen können. Super Sache, finde ich. Und noch besser, wenn wir uns dieser Macht bewusst sind, denn dann können wir sie auch gezielt einsetzen. Im Alltag ganz einfach, indem wir zum Beispiel fair gehandelte Produkte kaufen oder eben Ökostrom beziehen. Organisiert können wir sogar noch mehr erreichen: Wie die Carrotmobs beweisen, ist es durchaus möglich, mit einem bestimmten Unternehmen zu kooperieren und gemeinsam mit diesem Unternehmen und natürlich mit vielen Mitstreitern gewünschte Veränderungen anzustoßen.

Aber zurück zum Stromwechseln …

Jetzt heißt es erst einmal: Stromanbieter wechseln (alle, die es noch nicht getan haben)! Geht ganz einfach und die Stromrechnung wird dadurch kaum höher. Wem 25 Jahre Tschernobyl und viele lange Wochen Fukushima als Gründe dafür nicht ausreichen, sei die hervorragende Seite “100 gute Gründe gegen Atomkraft” als Entscheidungshilfe empfohlen. Und hier noch ein Überblick über die vier empfehlenswerten Stromanbieter in Deutschland.

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