Essen wir nur halbe Sachen?

Laut einer Studie, die auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde, gehen bei Lebensmitteln auf dem Weg von Feld zu Gabel bis zu 40 Prozent verloren. Das würde also bedeuten das für alle drei Äpfel, die wir essen, irgendwo ein Vierter verloren geht.

Allerdings ist es nicht die Angst dieses vierten Apfels vor dem gegessen werden, die dafür sorgt, dass dieser irgendwo zwischen Feld und Gabel den Absprung sucht. Vielmehr teilt dieser Apfel das Schicksal vieler anderer Waren, die unter dem Sammelbegriff “Ausschuss” auf den Mülldeponien unseres Landes landen. In Europa landen allein in den privaten Haushalten ungefähr 71 Millionen Tonnen (71.000.000.000 kg) an Lebensmitteln pro Jahr im (Bio)müll. Ohne den “Ausschuss” von Restaurants, Kantinen oder großen Handelsketten mitzurechnen werden also schon 11 Prozent der europäischen Lebensmitteljahresproduktion von 622 Millionen Tonnen auf direktem Wege kompostiert. Das Institut für Abfallwirtschaft an der Universität Wien hat berechnet, dass auf diese Weise jeder Privathaushalt einen schönen, großen und grünen 100€ Schein jährlich in den Müll wirft.

Hochgerechnet für England werden demnach 5,4 Millionen Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfall pro Jahr den lokalen Entsorgungsbetrieben zugeführt. Die Verrottung dieser 160 Millionen Euro an Lebensmitteln setzt dabei soviel CO2 frei, wie 20 Prozent des englischen Kfz-Verkehrs im Jahr verursachen. Und auch dieser könnte reduziert werden, wenn weniger Lebensmittel unnötigerweise über die Straßen transportiert werden müssten.

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4 Kommentare

  1. Michael H. Gerloff 15 March 2010 at 17:13 #

    Hallo,

    bei 40% würden aber 2 von 5 Äpfeln verschwinden, 1 von vier wären nur 25%.
    Gibt es einen Link zu der DAVOS-Studie? Da wir gerade mit “Taste the Waste” (.com) einen Film und ein umfassenderes Projekt dazu starten, würde mich das sehr interessieren.

  2. Fabian Huber 16 March 2010 at 01:42 #

    Hallo Michael!

    Naja, ich hatte das bei den bis zu 40 Prozent etwas großzügig ausgelegt. Da wollte ich mich bei den Äpfeln dann wieder etwas beschränken…

    Die Daten sind aus einem Artikel der von der Leeb GmbH in einer Beilage zum Handelsblatt veröffentlicht wurde. Den Originaltext kannst Du hier nachlesen. Wäre schön, wenn Du uns hier im Carrotmob Blog auf dem Laufenden über euer Filmprojekt hältst. Das Thema ist auf jeden Fall super interessant!

  3. Michael H. Gerloff 20 March 2010 at 19:05 #

    Hallo, Fabian, vielen Dank für den Link!

    Wir überlegen, ob man einen Carrotmob auch variieren könnte und in Richtung Müllvermeidung aufziehen könnte. Da ist aber noch einiges an Hirnschmalz und Ideen gefordert :-)

  4. Terry 15 December 2014 at 03:52 #

    Thinnikg like that shows an expert’s touch


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